Der FCV trauert um Christoph Ehrenberg

Mit Bestürzung haben wir vom Tod des ehemaligen Präsidenten des VfL Osnabrück erfahren. Christoph Ehrenberg hat in einer für den Verein schwierigen Zeit Verantwortung übernommen und war für den FCV stets ein verlässlicher Partner.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden.

VfL hebelt Derbyrestriktionen aus

Gästeliste, personalisierte Tickets und keine Preußen-Anhänger im Stadion. Der VfL Osnabrück und die „Netzwerkpartner“ Polizei und DFB waren sich einig: Nur mit diesen Mittel kann am kommenden Mittwoch für Sicherheit im Stadion gesorgt werden. Aber meinen es die Verantwortlichen tatsächlich so ernst mit der Sicherheit oder wiegen finanzielle Interessen am Ende doch höher?

Nachdem bereits letzte Woche die schleppenden Vorverkaufszahlen für dasDerby gegen Preußen Münster bekannt wurden, erreichte den Fanclub-Verband von 1998 e.V. (FCV) am vergangenen Donnerstag ein irritierendes Angebot. Damit auch alle im FCV organisierten Fanclubs ins Stadion gehen können, bot der VfL Osnabrück einen Vorverkauf nur für FCV-Mitglieder an. Und da die Zeit drängte, war Sicherheit plötzlich gar nicht mehr so wichtig.

Konkret stimmte der VfL Osnabrück zu, dass die Fanclubs nur Anzahl und Tribünenbereich nennen müssten. Die Karten würden dann mit „Fanclub-Verband“ anstatt den Namen der Käufer bedruckt. Und natürlich dürfe keine Weitergabe an Münsteraner Fans erfolgen. Mehr nicht.

Wäre dieser Deal zustande gekommen, hätten die Verantwortlichen des VfL Osnabrück das bisherige Vorverkaufskonzept vollkommen ad absurdum geführt. Jeder hätte über den FCV Derbykarten ordern können. Und wären auf diesem Wege Preußen-Anhänger ins Stadion gelangt und vielleicht auch noch negativ aufgefallen – schuldig wäre unter Garantie der FCV!

Diese Doppelmoral der Verantwortlichen ist für uns kaum zu ertragen. Sie macht deutlich, wie im Anblick des finanziellen Desasters alle hochtrabenden Worte der letzten Wochen zur Sicherheit im Stadion und den Verpflichtungen gegenüber DFB und Polizei wohl nichts weiter als heiße Luft waren. Am Ende bleibt die Frage: Ist der VfL der Urheber der Restriktionen oder brechen die Verantwortlichen bewusst die Regeln? So oder so ist das wirtschaftliche Ergebnis des Spieltags wohl wichtiger als alles andere.

Vorstand & Beirat
des Fanclub-Verband im September 2015

Stellungnahme des FCV zum Spielabbruch des Pokalspiels

Der Fanclub-Verband von 1998 e.V. (FCV) distanziert sich von den Vorkommnissen, die zum Abbruch des Spiels gegen Leipzig führten. Im Namen seiner Mitglieder wünscht der FCV dem Schiedsrichter Martin Petersen eine schnelle Genesung. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Fanarbeit in Osnabrück professionalisiert werden muss.

Bereits am Mittwoch nach dem Spiel hatten sich FCV, Fanabteilung, Fanprojekt Osnabrück und Violet Crew gegenüber dem VfL Osnabrück per E-Mail von dem Feuerzeug-Wurf distanziert und gleichzeitig zum Gespräch eingeladen. Seit dem Schneeballwurf gegen Karlsruhe gibt es die Absprache „Wir reden erst miteinander, anstatt öffentlich übereinander“ und die Verantwortlichen des FCV haben sich daran gehalten. Diese Gespräche sind nun vorerst abgeschlossen und es ist Zeit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Um es klipp und klar zu sagen: Feuerzeuge, Bierbecher und ähnliches haben die Hand nicht zu verlassen und gehören schon gar nicht auf das Spielfeld! Jede Handlung die dem entgegensteht ist nach Auffassung des FCV vollkommen inakzeptabel und hat an der Bremer Brücke nichts verloren!

Der FCV wird deshalb den Weg des VfL Osnabrück beim kommenden Heimspiel unterstützen und in der Westkurve die altbekannte „Contra Violentia“-Blockfahne reaktivieren. Damit soll ein deutliches Zeichen gegen Gewalt beim Fußball und für ein friedliches Miteinander gesetzt werden.

Dieser Appell richtet sich ausdrücklich auch an die lokale Presse und die Geschäftsführung des VfL Osnabrück. Fans, die einen Großteil ihrer Freizeit für das Wohl des Vereins einsetzen, sollte man nicht öffentlich vorführen. Spitze Federn und markige Worte können hier langfristig mehr Schaden anrichten als jedes Feuerzeug.

Die Vorkommnisse haben aber auch deutlich gemacht, dass der VfL Osnabrück dringend wieder einen hauptamtlichen, von Fans und Verein unterstützten Fanbeauftragten braucht. Denn nur mit einer professionellen Fanbetreuung kann wirkungsvolle Präventionsarbeit geleistet werden. Der FCV fordert deshalb die Geschäftsführung des VfL Osnabrück auf, die im Dezember 2014 abgebrochenen Gespräche wieder aufzunehmen.

Fanclub-Verband von 1998 e.V.

im August 2015