VfL hebelt Derbyrestriktionen aus

Gästeliste, personalisierte Tickets und keine Preußen-Anhänger im Stadion. Der VfL Osnabrück und die „Netzwerkpartner“ Polizei und DFB waren sich einig: Nur mit diesen Mittel kann am kommenden Mittwoch für Sicherheit im Stadion gesorgt werden. Aber meinen es die Verantwortlichen tatsächlich so ernst mit der Sicherheit oder wiegen finanzielle Interessen am Ende doch höher?

Nachdem bereits letzte Woche die schleppenden Vorverkaufszahlen für dasDerby gegen Preußen Münster bekannt wurden, erreichte den Fanclub-Verband von 1998 e.V. (FCV) am vergangenen Donnerstag ein irritierendes Angebot. Damit auch alle im FCV organisierten Fanclubs ins Stadion gehen können, bot der VfL Osnabrück einen Vorverkauf nur für FCV-Mitglieder an. Und da die Zeit drängte, war Sicherheit plötzlich gar nicht mehr so wichtig.

Konkret stimmte der VfL Osnabrück zu, dass die Fanclubs nur Anzahl und Tribünenbereich nennen müssten. Die Karten würden dann mit „Fanclub-Verband“ anstatt den Namen der Käufer bedruckt. Und natürlich dürfe keine Weitergabe an Münsteraner Fans erfolgen. Mehr nicht.

Wäre dieser Deal zustande gekommen, hätten die Verantwortlichen des VfL Osnabrück das bisherige Vorverkaufskonzept vollkommen ad absurdum geführt. Jeder hätte über den FCV Derbykarten ordern können. Und wären auf diesem Wege Preußen-Anhänger ins Stadion gelangt und vielleicht auch noch negativ aufgefallen – schuldig wäre unter Garantie der FCV!

Diese Doppelmoral der Verantwortlichen ist für uns kaum zu ertragen. Sie macht deutlich, wie im Anblick des finanziellen Desasters alle hochtrabenden Worte der letzten Wochen zur Sicherheit im Stadion und den Verpflichtungen gegenüber DFB und Polizei wohl nichts weiter als heiße Luft waren. Am Ende bleibt die Frage: Ist der VfL der Urheber der Restriktionen oder brechen die Verantwortlichen bewusst die Regeln? So oder so ist das wirtschaftliche Ergebnis des Spieltags wohl wichtiger als alles andere.

Vorstand & Beirat
des Fanclub-Verband im September 2015

Derby ohne Gäste? Derby ohne uns!

Gästeausschluss, Preußen-Demo und Gästeliste – viel wurde in den letzten Tagen und Wochen zum bevorstehenden Derby unseres VfL gegen Preußen Münster beschlossen, geschrieben und verkündet. Der Fanclub-Verband von 1998 e.V. (FCV) bezieht nachfolgend Stellung zu den bisherigen Ereignissen und blickt auf den Derbytag.

Intensiv wurden Osnabrücks Fußballfans bereits seit Ende August von der NOZ vorbereitet auf die Dinge, die da kommen. Die Lokalzeitung veröffentlichte eine Reihe von Artikeln, in denen die VfL-Fans ausschließlich schlecht wegkamen. Man war sich nicht zu schade, alte Gerichtsverfahren jetzt erst an die Öffentlichkeit zu bringen und Lappalien mit effektheischenden Überschriften zu verpacken. Und die Kommentatoren Batke und Kraus setzten dem Ganzen die Krone auf.

Dann der Knall – Gästefanverbot.

Aber warum? 114 Verletzte bei den Begegnungen beider Vereine seit 2011, davon allein 75 in Osnabrück. Man möchte meinen bei jedem Spiel herrschte Bürgerkrieg rund um die Stadien. Aber war dem wirklich so? Nein. Vielmehr lassen sich allein die Verletztenzahlen in Osnabrück auf zwei Aktionen zurückführen (Böllerwurf 2011 und missglückter münsteraner Pyrotechnikeinsatz 2014). Dazu kommt der diskussionswürdige Polizeieinsatz im Gästeblock beim letzten Spiel in Münster. Diese drei Vorfälle zusammen –allesamt Einzelverschulden oder nicht eindeutig von Fans ausgehend– hatten schon fast 100 verletzte Menschen zur Folge. Dem gegenüber stehen aber mehr als 120.000 Zuschauer, die die Spiele im Stadion verfolgt haben. Das bedeutet, dass 99,9% der Stadionbesucher unversehrt nach Hause gegangen sind – jedes Schützenfest im Umkreis hat vermutliche eine schlechtere Quote.

Um keine Unklarheit entstehen zu lassen: Jeder verletzte Mensch ist mehr als eine bloße Zahl. Aber wer mit Zahlen hantiert, muss diese auch im Zusammenhang betrachten.

Nach Auffassung des FCV soll beim kommenden Derby von Politik und Polizei ein Präzedenzfall geschaffen werden. Tatsächlich ist es aber der Anfang vom Ende der Fußballfankultur und ein Armutszeugnis der Behörden. Denn Verbote lösen keine Probleme, sie verlagern sie nur. Der FCV verurteilt jede Form der Gewalt! Wir unterstützen aber gleichwohl jede Form des friedlichen Protestes gegen dieses unsinnige Verbot.

Für den Spieltag selbst laufen aktuell noch Gespräche über eine kreative Form des Protestes. Aber soviel sei bereits gesagt: Nur hochwertige und besonders gute Veranstaltungen haben eine Gästeliste. Wer in seinem Wohnzimmer Fußball gucken will, der kommt auch ohne klar und kann trotzdem einen schönen Abend haben.

Fanclub-Verband von 1998 e.V.
im September 2015

Den VfL aufsteigen sehen – auswärts mit der A-Jugend

Kennst Du das? Den ganzen Tag unterwegs für ein 0:0 in Großaspach oder nach Feierabend schnell nach Oldenburg, um sich ideenloses Gekicke anzuschauen…

Aber es geht auch anders!
Die A- und B-Jugend des VfL sind diese Saison auf Erfolgskurs. Die Jungs von Daniel Thioune haben binnen einer Woche den Bundesligaaufstieg und den Niedersachsenpokalsieg eingetütet. Und jetzt kommt das Team von Joe Enochs…

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FCV ruft Vereine zur Besonnenheit auf

Im Vorfeld des Derbys am kommenden Samstag steigt allerorts die Anspannung. Auch die Offiziellen beider Vereine scheinen die Brisanz der Partie erkannt zu haben und treffen entsprechende Vorbereitungen. Aber sie schießen dabei über das Ziel hinaus.

Um es von Beginn an deutlich zu machen: Der Fanclub-Verband von 1998 e.V. (FCV) erteilt Gewalt beim Fußball eine klare Absage – das gilt insbesondere am nächsten Samstag. Aus diesem Grund erhält jede wirkungsvolle Aktion zur Gewaltprävention unsere volle Unterstützung. FCV ruft Vereine zur Besonnenheit auf weiterlesen